Dr. med. univ. Lukas Kirchmair &
Dr. med. univ. Christian Wimmer

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Impingement/Engpasssyndrom

Definition:

Als Impingement-Syndrom (engl. „Zusammenstoß, Aufprall“) bezeichnet man in der Orthopädie/Unfallchirurgie eine Funktionsbeeinträchtigung der Gelenkbeweglichkeit und ist gleichbedeutend mit dem Schulterengpass-Syndrom. Es entsteht zumeist durch Degeneration oder Einklemmung von Kapsel- oder Sehnenmaterial.

Der Begriff wird vorwiegend für die Schulter verwendet. Degeneration oder Verletzung der Rotatorenmanschette, als solche werden die Muskeln innerhalb des Schultergelenkes bezeichnet, sind hier die häufigste Ursache. Betroffene Patienten können, aufgrund der zunehmenden Einklemmung der Supraspinatussehne, den Arm kaum noch über Schulterhöhe heben. Das eigentliche Impingement entsteht subacromial (unter dem Schultereckgelenk bzw. unter dem Schulterdachknochen), weshalb hier von Subacromialsyndrom (kurz: SAS) gesprochen wird. 

00035Ursachen:

Anlagebedingter enger Subacromialraum
Muskel- und Sehnenverletzungen mit Narbenbildung
Chronisch entzündlich bedingte Schwellungen, Schleimbeutelentzündungen

Verkalkungen am Schulterdach 

 

Symptome:

Typischerweise leiden die Patienten unter meist sehr charakteristischen bewegungsabhängigen Schulterschmerzen, die sich beim Abspreizen des Armes im Schultergelenk provozieren lassen. Auch der typische Nachtschmerz beim Schlafen mit abduzierter Schulter ist hinweisgebend auf das Vorliegen eines Impingements. Der Begriff „Painful arc“ (schmerzhafter Bogen) beschreibt das Phänomen, dass die Beschwerden hauptsächlich zwischen 80 und 120 Grad des Abspreizens auftreten, und über 120 Grad wieder deutlich weniger werden. 

 

Diagnose:

Zu Beginn der Diagnostik steht die klinische Untersuchung durch den Arzt. Eine ausführliche Anamnese, standardisierte Bewegungstests wie z.B. der Jobe-Test oder Impingement Test nach Hawkins und Kennedy

und die Beurteilung der allgemeinen Muskelkonstitution (M. deltoideus, M. trapezius, M. serratus, M. pect. major) des Patienten sind die Voraussetzung für die Planung der apparativen bildgebenden Diagnostik mittels Röntgen, Sonographie und MRT (Magnetresonanztomographie). Diese Geräte stehen in der Sportclinic Zillertal zur Verfügung, wodurch die umfassende Diagnostik und Befundbesprechung in einer Sitzung abgeschlossen werden kann. 

 

Therapie:

Durch physiotherapeutische Maßnahmen und das Vermeiden auslösender Faktoren oder Fehlbelastungen lassen sich leichte und kurzfristig aufgetretene Impingementsymptome deutlich lindern. Durch die Injektion eines schmerzstillenden und entzündungshemmenden Präparates in den Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf wird zusätzlich das schwellungsbedingte Einklemmen  bekämpft. Liegen den Beschwerden ausgeprägte pathophysiologische Ursachen (z.B. anlagebedingter enger Subacromialraum, Verkalkungen am Schulterdach oder Schultereckgelenk) zugrunde, ist die Gelenksspiegelung (Arthroskopie) und die Erweiterung des Raumes zwischen Schulter- und Schultereckgelenk die Therapie der ersten Wahl. Im Zuge dieses Eingriffes werden selbstverständlich auch  gleichzeitig Läsionen von Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette operativ versorgt. 

 

Nach der Operation/Rehabilitation/Physiotherapie:

Je nach Dauer und Art des Eingriffes legt der Operateur die rehabilitativen Maßnahmen und deren zeitliche Abfolge individuell fest. Durch die regelmäßigen Verlaufskontrollen und Nachsorgeuntersuchungen werden Defizite frühzeitig erkannt und krankengymnastisch ausgeglichen. Eine langdauernde Immobilisation (Ruhigstellung mittels Schulter-Arm-Bandage) ist in den wenigsten Fällen nötig und sollte auch vermieden werden. Starke Schmerzen sind nach einer Schultergelenksspiegelung nicht zu erwarten.