Dr. med. univ. Lukas Kirchmair &
Dr. med. univ. Christian Wimmer

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Kalkschulter: Tendinosis calcarea

Der sogenannten Tendinosis calcarea (auch: kalzifizierende Tendinitis) liegen kalkartige Ablagerungen in den Sehnen und Sehnenansätzen zugrunde. Sie kommen besonders an der Muskelsehnenkappe des Schultergelenkes vor. Hier ist am häufigsten die Supraspinatussehnebetroffen. Weitere häufige Lokalisationen sind z. B. Patellarsehne und Achillessehne, es kann aber prinzipiell auch jede andere Sehne betroffen sein. 

 

Ursachen:

Verschiedene noch nicht gänzlich geklärte Prozesse lösen einen Um- bzw. Einbau der kalkartigen Ablagerungen aus, in deren Folge entzündliche Vorgänge ablaufen, die auch schubweise auftreten können. 

 

Symptome:

Im Vordergrund stehen unspezifische Symptome wie Schmerzen, Schwellung, Rötung und Bewegungseinschränkungen  je nach Lokalisation der Verkalkung. 

 

Diagnose:

Die Diagnose wird durch die Anamnese (meist fehlendes Trauma bzw. länger zurückliegende Verletzung), Röntgenaufnahmen oder eine Sonographie (Ultraschall) des betroffenen Gelenks respektive der betroffenen Sehnen gestellt. Dann wird entschieden, ob eine MRT zur Abklärung eventuell vorhandener Begleitläsionen sinnvoll ist. 

 

Therapie / OP:

Die Behandlung erfolgt durch Gabe entzündungshemmender Medikamente (NSAR unter PPI Schutz) oder Injektionen mit Steroiden (entzündungshemmend) in Kombination mit Lokalanästhetika. Weiterhin sind Erfolge mit der extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) beschrieben. Bei nur kurzfristigem Erfolg oder Versagen der konservativen Therapiemethoden , ist  die Schultergelenksspiegelung mit Ausräumung der Kalkherde die Methode der Wahl. Bei dieser minimalinvasiven Operationstechnik wird über 2 kleine Hautschnitte der Kalkherd mit der Gelenkskamera aufgesucht und mit feinen Instrumenten entfernt. 

 

Rehabilitation/Physiotherapie:

Die Schulter bzw. der Arm ist nach der Gelenksspiegelung lediglich bis zum Abschluss der Wundheilung (7-10 Tage) mittels Schulterarmbandage ruhiggestellt, selbsttätige Beübung und Bewegungen im schmerzfreien Bereich dürfen schon ab dem ersten postoperativen Tag durchgeführt werden. Nach der Nahtentfernung am 10. Tag sollten physiotherapeutische Maßnahmen eingeleitet werden, um die volle Beweglichkeit der Schulter zu erhalten.  Die zu erwartenden Schmerzen sind sehr gering bzw. mit einem leichten, entzündungshemmenden Schmerzmittel gut therapierbar.