Dr. med. univ. Lukas Kirchmair &
Dr. med. univ. Christian Wimmer

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Schultersteife/Frozen Shoulder

Definition:

Als Frozen Shoulder (Syn: Periarthritis humeroscapularis, schmerzhafte Schultersteife und Duplay-Syndrom) bezeichnet man eine weitgehende, schmerzbedingte Aufhebung der Beweglichkeit der Schulter. Einer „schmerzhaften Schultersteife“ können die unterschiedlichsten Ursachen zugrunde liegen, der Begriff beschreibt lediglich die klinische Tatsache der schmerzbedingten Aufhebung der Beweglichkeit. Im Gegensatz zur Blockierung besteht diese in allen drei möglichen Bewegungsebenen. 

 

Ursachen:

Die Ursache der primären Form ist unbekannt, der sekundären können neben Operationen und Verletzungen auch Erkrankungen des Subakromialraumes, langdauernde Immobilisation besonders auch Veränderungen der Rotatorenmanschette zugrunde liegen. 

 

Diagnose:

Auf Grundlage der klinischen Untersuchung und der zuweilen erheblichen Bewegungseinschränkung lässt sich die Schultersteife problemlos feststellen. Da damit aber noch keine Aussage über die Ursache dieser Symptomatik getroffen werden kann, muss sich eine eingehendere bildgebende und laborchemische Diagnostik anschließen. Dazu gehören grundlegend eine konventionelle Röntgendiagnostik und die Bestimmung geeigneter Laborparameter zur Erkennung entzündlicher Ursachen. Ergänzend können MRT (Magnetresonanztomographie) und in seltenen Fällen auch eine  Arthroskopie sinnvoll sein. 

 

Symptome:

Primäre Form:
Sie verläuft charakteristischerweise in 3 Stufen. Zu Beginn ist eine Gelenkskapselschleimhautentzündung erkennbar, die im weiteren Verlauf zunimmt (ergänzend in diesem Stadium Auftreten einer Gelenkkapselreizung – „Capsulitis“), bis im Endstadium dann eine Atrophie der Gelenkkapsel (Schrumpfung und Verklebung führen zu einer Verkleinerung des Gelenkbinnenraumes) auftritt. Der Krankheitsverlauf kann über 1 bis 4 Jahre gehen, die Prognose ist gut, geringe Einschränkungen können jedoch zurückbleiben.[2]

Stadium 1 (Initialphase): Im Vordergrund steht ein zunehmender Bewegungsschmerz, der heftig bis unerträglich sein kann und sich insbesondere nachts noch verschlechtert. Eine Bewegungseinschränkung wird häufig von den Betroffenen zunächst nicht bemerkt. Dieses Stadium dauert in der Regel drei bis neun Monate.

Stadium 2 (Einsteifungsphase): In diesem Stadium lässt der Schmerz langsam nach – es kommt zu einer deutlichen Zunahme der Bewegungseinschränkung, vor allem dann, wenn der Arm nach außen bzw. innen gedreht oder abgespreizt wird. Gegen Ende dieser Phase kann die Schulter vollständig in ihrer Bewegung eingeschränkt sein. Dieses Stadium kann bis zu 15 Monate dauern.

Stadium 3 (Lösungsphase): Die jetzt versteifte und nicht mehr schmerzende Schulter wird nun langsam wieder beweglicher, weil sich die entzündlichen Veränderungen an der Gelenkkapsel zurückbilden. Das betroffene Schultergelenk ist letztlich in seiner Beweglichkeit nur noch unwesentlich eingeschränkt oder sogar wieder frei beweglich. Dieses Stadium dauert durchschnittlich neun Monate.

Secundäre Form:

Typische Ursachen sind neben Operationen und Verletzungen auch Erkrankungen des Subakromialraumes, langdauernde Immobilisation, Arthrose und besonders auch Veränderungen der Rotatorenmanschette. 

 

Therapie:

Die Therapie orientiert sich an der Ursache. In manchen Fällen wird auch eine operative Behandlung mittels Schultergelenksspiegelung und der Lösung der Vernarbungen im Gelenk nötig. 

 

Nach der Operation/Rehabilitation/Physiotherapie:

Je nach Dauer und Art des Eingriffes legt der Operateur die rehabilitativen Maßnahmen und deren zeitliche Abfolge individuell fest. Durch die regelmäßigen Verlaufskontrollen und Nachsorgeuntersuchungen werden Defizite frühzeitig erkannt und krankengymnastisch ausgeglichen. Eine Immobilisation (Ruhigstellung mittels Schulter-Arm-Bandage) ist in den meisten Fällen nicht oder nur kurzfristig nötig.